Dienstag, 14. August 2007

Denunzierung: Verspätete Anzeige beim Bezirksgericht Innere Stadt

Es sind einige Monate seit der wüsten Denunzierungskampagne gegen meine Person vergangen. Auch ist seit Januar 2007 Alfred Gusenbauer (SPÖ) neuer Bundeskanzler der Republik Österreich. Wenigstens sind wir Schüssel los. Aber es sollte noch schlimmer kommen als vorher.

Ein Beamter des BM für Inneres schrieb mir in einem genauen Mail, welche Gesetze durch die Denunzierung meiner Person auf www.peterpilz.at verletzt wurden.
Es ging also um das Mediengesetz § 7.
Damals wusste ich noch nicht, dass dieser Paragraph nur für prominente Österreicher gilt, nicht aber für Unterdrückerische Personen.

Ich hatte für die Intervention des Rechtsanwaltes Scherbaum und wegen Gerichtskosten schon an die 1000 Euro verbraucht.
Als Unterdrückerische Person bekam ich keine Arbeit mehr im Bereich SAP, das hatte ich schon kapiert.
Daher versuchte ich - nach erholsamen Tagen bei Mama Antica in der Kvarner Bucht - eine Klage beim Bezirksgericht Wien-Innere Stadt einzubringen.
Die Richterin Mag. Hofko war zwar nett, aber sie wusste nicht einmal, dass man im Internet posten kann. Natürlich hatte sie auch keine Ahnung von Begriffen wie IP-Adresse, Web-Site etc.
Aber die Anzeige wurde ordnungsgemäß an das zuständige Landesgericht für Strafsachen weiter geleitet.
Einen Medienrichter erreichte ich an diesem warmen Augusttag beim Landesgericht für Strafsachen in Wien nicht.
Im ersten Stock bellten Hunde laut vor den Zimmern der RichterInnen.
Aus dem 2. Stock hörte ich wundervolle Klaviermusik. Im 3. Stock übte ein Richter auf der Orgel. Das ist Österreich. Das Land der Musik.

Protokoll: Anzeige beim Bezirksgericht Wien Innere Stadt wegen Verleumdung www.peterpilz.at

Nachdem mir ein ganz netter Beamter aus dem BM für Inneres Tipps gab, wie ich in bezug auf Verleumdungen im Internet handeln sollte (§ 7 Mediengesetz), fasste ich all meinen Mut zusammen und erstattete Anzeige beim Bezirksgericht Wien-Innere Stadt, Marxergasse (direkt neben dem Bundesrechenzentrum)

Ich war ziemlich fertig und eingeschüchtert: Ich erhielt keinen Job mehr als SAP-Beraterin, viele Personalabteilungen glaubten, dass ich wirklich eine hohe Scientologin bin, so wie z.B. Strabag, wo ich mich im Juni 2007 als Controllerin bewarb.

Die Einschüchterung durch den Anwalt der Grünen, Herrn Dr. Noll, sollte aber in diesem Sommer 2007 noch nicht ihren Höhepunkt erreicht haben!

14. August 2007: Protokoll Anzeige Denunzierung www.peterpilz.at BG Innere Stadt Seite 1 
Interessant war auch, dass ich nach der Abgabe meiner Anzeige bei Richterin Mag. Andrea Hofko (die gar nicht wusste, dass man im Internet ein Tagebuch oder gar ein politisches Tagebuch führen kann) im Restaurant in der Marxergasse den ehemaligen und sehr geschunden aussehenden Betriebsrats-Chef des Bundesrechenzentrums Dr. Richard KOLLER am Nebentisch traf.

14. August 2007: BG Innere Stadt Anzeige wegen Denunzierung www.peterpilz.at
Dr. Koller war am 3. Januar 2006 schwer erkrankt und musste mehr als ein Jahr (sic!!!) im Krankenhaus verbringen, er wurde pensioniert. Er war als ehemaliger Programmierer ein scharfer Gegner des Projekts PM-SAP, da das BRZ im Laufe von Jahrzehnten gute Eigenentwicklungen im Bereich Personalmanagement und Personalverrechnung für Beamte und Vertragsbedienstete erarbeitete. Dr. Koller sah fürchterlich aus, ein echtes Fair-Game-Folter-Opfer?