Mittwoch, 6. Juni 2012

Überlebenstraining für Besachwalterte - survival training for wards in Austria

Ein Überlebenskurs für Entmündigte

Eine meiner größten Demütigungen während zwei Jahren und neun Monaten aufrechter Sachwalterschaft war folgendes Ereignis beim Penny Markt Wien 23 im Februar 2009:

Ich füllte den Einkaufswagen mit Lebensmittel und Hygiene-Artikel für das Wochenende:

An der Kassa wollte ich mit der Bankomat-Karte von der ERSTE Bank bezahlen. Es funktionierte nicht. So musste ich das volle Einkaufswagerl stehen lassen und nach Hause gehen. Ich suchte in meiner Wohnung nach genügend Bargeld und fand es aber nicht. Auch bei der ERSTE Bank Filiale Breitenfurter Straße konnte ich kein Geld mehr abheben. Bei allen Kontoauszügen stand der Vermerk: Sachwalter Dr. Martin WEISER.

Ich musste zur Kassa beim Penny Markt zurück gehen und der Kassiererin erklären, dass sie die gesamten Einkäufe in die Regale zurück räumen müsse.

Diese Kassiererin war aber meganett. In solchen Momenten ist es manchmal ein Glück, dass wir hier in Wien an der Kassa Kassiererinnen aus Ex-Jugoslawien haben. Diese Menschen haben im Bosnienkrieg 1992 bis 1995 so viel mitgemacht, dass sie sogar Mitleid empfinden für solchermaßen gedemütigte Menschen wie mich.

Die allergrößte Demütigung war aber jene des Herrn „Ombudsmann“ Gerhard Strasser von der ERSTE Bank: „Mit Mündeln verhandeln wir nicht“. Das war ein Hammer für ein verwöhntes Bankdirektors-Töchterl wie meinereiner. Aber der Herr „Ombudsmann“ Strasser wird auch noch die Rechnung für seine Taten erhalten, davon bin ich überzeugt.

Daher werde ich jetzt einen blog eröffnen: Überlebenstraining für Besachwalterte. Derzeit gibt es beim Penny Markt zum Beispiel den Tafelessig für nur 39 Cent – das ist ein Schnäppchen.

Während mein Sachwalter Dr. Martin Weiser mit seinen Biedermeier-Möbeln (vielleicht ein Schreibtisch von Franz Grillparzer) von Wien-Josefstadt in eine noch noblere Kanzlei nach Wien-Landstraße übersiedelte, hatte ich am Ende des Monats kaum noch Geld zur Verfügung. Da half mir zum Beispiel, dass ich bei Einsätzen für die Wiener Tafel immer ein Getränk erhielt, dass das Wiener Leitungswasser genießbar ist und ich auch noch in meinem kleinen Gefrierfach gefrorene Milch und gefrorenes Brot gelagert hatte. Am Ende des Monats hatte ich aber immer eklatanten Eiweiß-Mangel, weil ich mir keinen Käse mehr kaufen konnte und litt dadurch an chronischer Müdigkeit. Fast wäre eine Strom-Nachzahlung nicht bezahlt worden, da die Sekretärin des Sachwalters Dr. Weiser und Dr. Weiser selbst sich nicht um die Bezahlung meiner Rechnung kümmerten.

Da wäre mir dann im Sommer die (gesparte) Milch sauer geworden und ich hätte nur von Wasser, einem halben Joghurt und dem schimmligen Rest des Toastbrotes (damals 39 Cent beim Penny-Markt) ÜBERLEBEN MÜSSEN.

Als Folge der Mangelernährung (verursacht durch die verweigerte Hilfe des Sachwalters Dr. Weiser) musste ich den ganzen November 2010 das Bett hüten – schlimmer als die spanische Grippe war das.

Es ist wirklich schlimm, wenn man ins Visier des o.s.a. gerät und im Auftrag des Finanzministeriums, Bundesrechenzentrums und Justizministeriums (E-Justiz, E-Government) entmündigt wird. Der gesundheitliche Schaden durch die jahrelange Mangelernährung ist kaum wieder gut zu machen.

Jüngst meldete der ORF, dass „Behindertenvertreter“ fordern, dass die Sachwalterschaft in Österreich abgeschafft werden soll.

So ein Blödsinn – nur der Sachwalterschaftsmissbrauch soll abgeschafft werden, sodass zum Beispiel ehemalige Beamte und Zeugen nicht im Auftrag einer dem Gericht übergeordneten Behörde (Justizministerium, Finanzministerium) entmündigt werden können und für elf Jahre rückwirkend Geschäftsunfähigkeit bestellt wird – wie in unserem Falle geschehen.

Schwer psychisch kranke und demente Menschen werden immer Hilfe brauchen. Ich kenne da zum Beispiel einen Menschen namens Willi, der hat in einem psychotischen Wahn auf seine Pension verzichtet und monatelang im Wald gelebt. Übrigens ist er immer wieder in Schöffensenate berufen worden. Honi soit qui mal y pense.

Obdachlose und Sachwalterschaft: Übrigens sind nur wenige Obdachlose in Wien bzw. Österreich mit einem Sachwalter beglückt, obwohl viele von ihnen dringend einen Sachwalter notwendig hätten. Sie fragen warum? Es ist klar: Da gibt es nichts zu holen.

Mit 5 oder 10 Prozent vom Einkommen und Vermögen eines Obdachlosen kann man sich keine Biedermeier-Rechtsanwaltskanzlei, Porsche/Bentley oder Jaguar, Luxusurlaube in den teuersten Hotels der Welt (New York, Dubai, London etc…) sowie Jachturlaube finanzieren (wenn man nicht von Flöttls oder Meinls eingeladen ist)

ha ha ha

Sagen Sie jetzt bitte nicht, dass Sie den Witz nicht gut finden.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.