Mittwoch, 11. Juli 2012

ORF berichtet: 58.000 Sachwalterschaften und weit mehr als 200 Mündel pro "Rechtsanwalt"


Am Montag, den 9. Juli 2012,  hatte ich durch die ORF-Sendung „KONKRET“ ein Déja-vu-Erlebnis:
Das Thema war „Sachwalterschaft“. Eine Frau, die berufstätig ist und von ihren Eltern besachwaltert wurde (weil sie zu viel Geld ausgegeben hatte), bekam vom Sachwalter 75 Euro pro Woche zum Leben. Der Sachwalter vernachlässigte ebenfalls – so wie in meinem Fall - die Gebarungen der Kurandin, z.B. führte er keine Arbeitnehmerveranlagung durch.
Auch ich musste ja sämtliche Anträge bei Behörden selbst stellen, was mich in große Schwierigkeiten brachte, da die Beamten (MA 50) mir gegenüber meinten: „Eigentlich dürfen wir ihren Antrag gar nicht bearbeiten.“ Der Sachwalter Dr. Weiser hat auf mehrfache Anfragen von Firmen nicht reagiert. Die Firmen und Behörden mussten die Schreiben und Mahnläufe wieder an mich, das Mündel, schicken. Auch ein Kinderzuschuss der PVA wurde nicht an das Amt für Jugend und Familie weiter geleitet.
Meine Person – mit vollkommener Entrechtung aufgrund von Zeugenschaft mysteriöser Vorkommnisse im Finanzministerium und Bundesrechenzentrum – musste ebenfalls zu Beginn der Besachwalterung im Januar 2009 mit lediglich 300 Euro (in den ersten Monaten sogar 250 Euro) auskommen, währenddessen der Sachwalter, Rechtsanwalt Dr. Weiser mit Nobelkanzlei in Wien-Landstraße (früher Wien-Josefstadt)  das Vermögen auf dem Mündelkonto anhäufte.
Das Ziel ist es – wie im KONKRET-Beitrag gut dargestellt – das Mündelvermögen zu erhöhen, sodass der Sachwalter/Rechtsanwalt ein hohes Honorar erhält. Gleichzeitig erhalten die Mündel (Kuranden), die oft zu Hauf (massenweise) in den Pflege- und Altersheimen ihr Dasein auf menschenunwürdige Weise fristen müssen, nicht einmal das Notwendigste zum Leben, zum Überleben, kein Geld für Winterstiefel, kein Geld für medizinische Behandlungen, Zahnbehandlungen….aber Hauptsache die Tausender häufen sich auf den Mündelkonten…..das garantiert für den Sachwalter und Rechtsanwalt, dass er sich weiterhin den Bentley, den Jachturlaub, die Nobelkanzlei mit den Biedermeiermöbeln, die Sekretärinnen, die Nobelvilla in Mödling oder Baden bei Wien leisten kann……
Sogar die Juristin des Vereins für Sachwalterschaft (Vertretungsnetz) Frau Dr. Müller-Ebner gab im ORF öffentlich zu, dass Rechtsanwaltskanzleien viel mehr als 200 Mündel „bearbeiten“, da kommt in der Summe schon viel Geld zusammen. Jetzt verstehen wir, warum diese „Rechtsanwälte“ so nobel leben können – fast wie die englische Königin. Unsereiner (die Mündel) muss mit den Wiener Linien vorlieb nehmen, mit dem billigsten Brot, der billigsten Butter, der billigsten Milch und Käse vom Penny Markt, Hofer oder Lidl vorlieb nehmen. Beim Sozialmarkt darf man als Mündel nicht einkaufen, weil man ja ein zu hohes Monatseinkommen hat (was aber der Sachwalter „einstreift“) - alles natürlich mit hohen gesundheitlichen Risiken verbunden, da gute Bio-Nahrung teuer ist.
Anmerkung: Das Honorar des Sachwalters berechnet sich aus monatlichem Einkommen, Wertpapieren, Liegenschaften und Versicherungen des Mündels. Die Rechtsanwaltslobby (Rechtsanwaltskammern der Bundesländer) hat den Nationalrat so lange bedrängt, bis der Nationalrat ganz unauffällig beim Budgetbegleitgesetz 2009  die ursprüngliche Beschränkung der Mündelanzahl pro Rechtsanwaltskanzlei (Sachwalter) von ursprünglich 25 Stück auf unbegrenzt änderte. Wo bleibt der Aufschrei der BehindertensprecherInnen der im Nationalrat vertretenen politischen Parteien der Republik Österreich?





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