Sonntag, 15. Juli 2012

Summer of 2009: Urlaubserinnerungen eines Mündels - memories of a ward


Den (Mündel-) Sommer 2009 werde ich ziemlich lange in Erinnerung behalten.
Eine Freundin wollte mit mir über Venedig und Triest nach Abbazia fahren. Aber bitte wie bitte sollte ich das mit 300 Euro Monatseinkommen bewerkstelligen? Bereits im April 2009 hatten wir ein 29-Euro-Sparschieneticket (ÖBB) für die Zugstrecke Wien-Venedig erworben. Von Triest sind wir dann von meinen Freunden aus Kroatien abgeholt worden.

Lebenskünstlerin wie ich eine bin, habe ich es trotzdem geschafft. Der Sachwalter Dr. Weiser kümmerte sich ohnehin weder um Lebensverhältnisse noch um Urlaubsplanungen und schon gar nicht um gesundheitliche Probleme. Vielleicht war es ihm sogar aufgetragen, meine Gesundheit zu schädigen.
Der Sachwalter hatte weder meine Mails gelesen (offenbar kann er kein E-Mail-Programm öffnen), noch sich – wie vorgeschrieben – ein Mal pro Monat um die Angelegenheiten des Mündels gekümmert. In zwei Jahren und neun Monaten aufrechter (und vom Finanzministerium und T-Mobile bestellter) Sachwalterschaft hatte ich exakt drei Termine (a 5 Minuten) in der Biedermeierkanzlei des Sachwalters Wien-Landstraße (bis Mai 2009 Wien-Josefstädter Straße).
Vielmehr wollte der Sachwalter Dr. Weiser ja nur Mündelvermögen auf meinem Girokonto anhäufen und war bei der ersten Vorladung im März 2009 sehr enttäuscht, dass ich für einen hohen Pflegegeld-Bezug dann doch zu fit erschien! Wörtlich sagte er sichtlich enttäuscht zu mir: "Sie sind ja fit wie ein Turnschuh".
Aber zurück zum Sommer 2009, man könnte es auch „Erinnerungen an einen Mündel-Sommer“ nennen….(im Sommer 2010 erlitt ich ähnliches, weil ich trotz 300 Euro per menses Urlaub zu machen versuchte und ans Meer fuhr – natürlich wieder mit der absoluten Billigvariante und Hungern für den Rest des Monats)

So kam es also in diesem August 2009, dass ich beim Altpapiermüll in Wien-Liesing eine offene Packung Bio-Emmentaler und eine ebenfalls geöffnete Tomatenschachtel fand.
Was die Leute so alles wegwerfen….alles zu Gunsten eines Mündels, das aufgrund von Mangelernährung und "trotzdem auf Urlaub fahren wollen", schon ziemlich verzweifelt war! 
Und in diesem Sommer 2012 will mir der Sachwalter Dr. Weiser schon wieder den Urlaub stehlen, indem er mir für zwei Jahre und neun Monate aufrechter FOLTER auch noch eine Forderung über 975 Euro (bei sonstiger Exekution) durch das Bezirksgericht Wien-Liesing ins Haus schicken lässt. 
Ist dieser Sachwalterschaftsmissbrauch in Österreich eigentlich noch betreff Menschenverachtung und Zynismus zu überbieten? Schade, dass die österreichische Justiz den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte besticht (wie ich von langjährigen Häfenbrüdern im Rahmen meiner freiwilligen sozialen Arbeit erfuhr). Somit ist jegliche Klage an den Europäischen Menschengerichtshof betreff Sachwalterschaftsmissbrauch, den ich mir ohnehin nicht leisten kann, sinnlos. Außerdem bearbeitet die Staatsanwaltschaft (zur Förderung von und für) Korruption ohnehin keine Anzeigen betreff Sachwalterschaftsmissbrauch.

Eine Dame namens Christine Götz hatte eine Sammelklage (ca. 30 Fälle von Sachwalterschaftsmissbrauch wurden angezeigt) daselbst eingebracht - diese wurde nicht bearbeitet. Es gab nicht einmal eine Benachrichtigung betreff Einstellung der Anzeigen. Da sieht man wieder, welchen Einfluss die Rechtsanwälte (Kammer) auf Österreichs Justiz und Politik (Nationalrat) haben. Die dürfen doch der Kollegenschaft dieses (Bomben-) Geschäft nicht wegnehmen. Auch die Volksanwaltschaft will mit Sachwalterschaftsmissbrauch nichts zu tun haben - da fördert man schon lieber Vereine, die sich mit Kinderpornographie beschäftigen.
Umso mehr erstaunte es uns, dass am Montag, den 9. Juli 2012 in der ORF-Sendung KONKRET das Thema Sachwalterschaft und die daraus resultierenden Demütigungen und Menschenrechtsverletzungen doch noch zur Sprache kamen: 
Eine Frau, die berufstätig ist und von ihren Eltern besachwaltert wurde (weil sie zu viel Geld ausgegeben hatte), bekam vom Sachwalter 75 Euro pro Woche zum Leben. Der Sachwalter vernachlässigte ebenfalls – so wie in meinem Fall - die Gebarungen der Kurandin, z.B. führte er keine Arbeitnehmerveranlagung durch.
Auch ich musste ja sämtliche Anträge bei Behörden selbst stellen, was mich in große Schwierigkeiten brachte, da die Beamten (MA 50) mir gegenüber meinten: „Eigentlich dürfen wir ihren Antrag gar nicht bearbeiten.“ Der Sachwalter Dr. Weiser hat auf mehrfache Anfragen von Firmen nicht reagiert. Die Firmen und Behörden mussten die Schreiben und Mahnläufe wieder an mich, das Mündel, schicken. Auch ein Kinderzuschuss der PVA wurde nicht an das Amt für Jugend und Familie weiter geleitet. Ich musste sämtliche Anträge bei Institutionen und sonstige Rechtsgeschäfte selbst tätigen, ansonsten ich, wie man in Wien sagt "Meier gegangen" wäre.
Meine Person – mit vollkommener Entrechtung aufgrund von Zeugenschaft mysteriöser Vorkommnisse in Finanzministerium und Bundesrechenzentrum – musste ebenfalls zu Beginn der Besachwalterung im Januar 2009 mit 300 (in den ersten Monaten sogar 250 Euro) auskommen, währenddessen der Sachwalter, Rechtsanwalt Dr. Weiser mit Nobelkanzlei in Wien-Landstraße (früher Wien-Josefstadt) das Vermögen auf dem Mündelkonto anhäufte.
Das Ziel ist es – wie im KONKRET-Beitrag gut dargestellt – das Mündelvermögen zu erhöhen, sodass der Sachwalter/Rechtsanwalt ein hohes Honorar erhält. Gleichzeitig erhalten die Mündel (Kuranden), die oft zu Hauf (massenweise) in den Pflege- und Altersheimen ihr Dasein auf menschenunwürdige Weise fristen müssen, nicht einmal das Notwendigste zum Leben, zum Überleben, kein Geld für Winterstiefel, kein Geld für medizinische Behandlungen, Zahnbehandlungen….aber Hauptsache die Tausender häufen sich auf den Mündelkonten…..das garantiert für den Sachwalter und Rechtsanwalt, dass er sich weiterhin den Bentley, den Jachturlaub, die Nobelkanzlei mit den Biedermeiermöbeln, die Sekretärinnen, die Nobelvilla in Mödling oder Baden bei Wien leisten kann……

Das nennt man dann auf gut Österreichisch: SACHRAUBWALTERSCHAFT.

Anmerkung: Das Honorar des Sachwalters berechnet sich aus monatlichem Einkommen, Wertpapieren, Liegenschaften und Versicherungen des Mündels.


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