#Zackzack schließt seine Pforten als Tageszeitung mit 30. Juni 2023: eine Würdigung
Inoffizieller Mitarbeiter (IM), bis 1968 Geheimer Informator (GI),[1] war in der DDR die MfS-interne Bezeichnung für eine Person, die dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS, auch „die Stasi“) verdeckt Informationen lieferte oder auf Ereignisse oder Personen (z. B. durch Zersetzung) steuernd Einfluss nahm, ohne formal für diese Behörde zu arbeiten. Mit seinen zuletzt rund 189.000 Angehörigen deckte das Netz aus inoffiziellen Mitarbeitern nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche der DDR ab und bildete somit eines der wichtigsten Herrschaftsinstrumente und Stützen der SED-Diktatur. Als Motive für die Kooperation werden vor allem politische Ideale genannt. Geld habe offenbar nur eine untergeordnete Rolle gespielt, auch erpresste Zusammenarbeit mit dem DDR-Spitzelapparat sei selten gewesen.[2]
Um sich vom früheren deutschen Polizeivokabular und dem Begriff V-Mann abzusetzen, wurden die Begriffe Geheimer Informator und seit den 1970er Jahren inoffizieller Mitarbeiter vom MfS bewusst gewählt.[3] Die mitunter vorkommende Auflösung des Kürzels IM als „informeller Mitarbeiter“ entstammt der Publizistik der Nachwendezeit.[4]
Nach der deutschen Wiedervereinigung ermöglichte auf der Grundlage des Stasi-Unterlagen-Gesetzes der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen unter unterschiedlichen Bedingungen den vom MfS bearbeiteten Menschen und ihren Angehörigen sowie Behörden, Forschern und Journalisten den Zugang zur schriftlichen Überlieferung des MfS. Dadurch gelangte die Identität zahlreicher inoffizieller Mitarbeiter ans Tageslicht.
Martin Schlomo Mordechai Joschua[1] Schlaff (* 6. August 1953 in Wien) ist ein Unternehmer, Netzwerker[2] und Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Österreichs. Mit einem geschätzten Vermögen zwischen 1,5 und 3 Milliarden Euro ist er einer der reichsten Österreicher. Ende Zitat
http://web.archive.org/web/20090603062034/http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/5716668/
Ein APO-Mann aus Wien - Martin Schlaff
Bescheidene Anfänge
Die geschäftlichen Anfänge des 1953 geborenen Martin Schlaff starteten bescheiden. Er übernahm die Firma seines Schwiegervaters, die Robert Placzek AG und spezialisierte sich auf den Osthandel.
Im Osthandel kann man zur Zeit des Kalten Krieges Zeit aber nur vorwärts kommen, wenn man gleichzeitig hier und da ein paar Geheimnisse, von Politikern oder von Geschäftspartnern Aufgeschnapptes mitteilt.
In der ehemaligen DDR wurde so etwas natürlich bürokratisch formalisiert und eine Akte angelegt. Martin Schlaff wurde ein IM, ein informeller Mitarbeiter der Stasi. Sein Deckname: IM Landgraf. Sein Verbindungsmann bei der Stasi ist ein Oberst Herbert Köhler.
Im damaligen Osthandel lassen sich traumhafte Extraprofite verdienen, wenn man Gegenstände exportiert, die auf einer Embargo-Liste stehen. Elektronisches Gerät zum Beispiel. Gewinnbringende Risikozuschläge nennt man so etwas, schlappe 40% macht das, wenn es gut geht.
In den letzten Jahren der DDR soll der Landgraf dafür alleine 191 Millionen DM und 80 Millionen US Dollar kassiert haben, Cash to carry. Direkt von der Ostberliner Handelsbank auf ein Konto in der Schweiz. Wie schön.
Nach dem Fall der Mauer im Jahre 1989 und der folgenden Wiedervereinigung gibt es Freiheit aber auch viele Verlierer, z.B Menschen, die arbeitslos geworden sind. Schlaff will nicht zu den Verlieren, sondern zu den Gewinnern gehören. Und zu den Gewinnern gehören die, welche viel Ostmark im Verhältnis 2:1 in DM umtauschen können also viel Geld auf dem Konto haben.
Im Frühjahr 1990 bekommt die Stadt Dresden ein „Darlehen“ von Schlaffs Firma Lomer und der KoKo-Stasi-Firma BIEG, das später nach einigem Hin und Her von Finanzminister Waigel und seiner Mannschaft in DM zurückgezahlt wird, mit einigen Abschlägen aber immerhin. Auch mit einer Holzhandelsfirma machte er offenbar ein Schnäppchen.
Dann wird eine ganze Reihe von Firmen in der Elbflorenzstadt Dresden gegründet, die angeblich der Geldwäsche gedient haben sollen, und immer mit dabei : unser Bekannter Ex Stasi-Oberst Koehler und Martin Schlaff.
Schlaffs Firmen in Österreich sollen darüberhinaus angeblich Durchlauferhitzer für diese Ostmillionen gewesen sein.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin reichten aber nicht für eine Anklageerhebung und wurden im Jahre 2000 eingestellt.
Von der Elbe an die Donau
Irgendwann sind die Möglichkeiten der Nachwendezeit ausgereizt. Zeit also, sich nach neuen Geschäftsfeldern umzusehen.
Was bietet sich da besser an, als in das Mobilfunkgeschäft einzusteigen.Vodafone in Grossbritannien und D2 (jetzt Vodafone) sowie die Telekomtochter T-Mobile hatten gezeigt, welch herrliche Gewinne mit dieser neuen Technologie gemacht werden können. Österreich bietet sich nicht mehr an, da hat bereits die Telekom Austria sich breitgemacht. Also ab in die rückständigeren Gebiete Osteuropas. Z.B. nach Bulgarien.
Um den nöigen Rückhalt der austrischen Republik zu bekommen, nimmt man noch zwei ehemalige Politiker unterschiedlicher Coleur mit ins Boot: den SPÖ Mann und Länderbankvorstand Hermann Cordt und den ehemaligen ÖVP-Obmann Josef Taus.
Nun kann‘s losgehen. In Bulgarien gibt es eine Mobiltel, die wird im Jahre 2002 von Schlaff für 768 Millionen Euro gekauft. Finanziert von der Arbeiter– und Skandalbank BAWAG, mit derem Vorsitzenden Helmut Elsner, mittlerweile zu 9 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt.
Schlaff hatte dem BAWAG- Vorstand Helmut Elsner schon einmal aus der Patsche geholfen, als dieser mit den Karibikgeschäften der BAWAG in akute Finanznot geraten war. Wir berichteten über diese Karibikgeschäfte. Nun konnte sich Elsner mit dem Riesen-Finanzierungskredit erkenntlich zeigen.
Diese Mobiltel kam keineswegs aus dem Nichts, als Schlaff sie kaufte und im Jahre 2005,also drei Jahre später, für schlappe 1,6 Milliarden Euro, also mehr als das das Doppelte, an die Telekom Austria weiterreichte.
Mobiltel wurde im Jahre 1994 von den bulgarischen Geschäftsleuten Krasimir Stoichev und Angel Pravanov gegründet und war nach Lizenzerhalt im Jahre 1995 der einzige Mobiltelefonanbieter in Bulgarien.
Das weckt Begehrlichkeiten bei anderen Personen, insbesondere solchen, die gewohnt sind, bestehende vielversprechende Firmen sich einfach unter den Nagel zu reissen und offenbar nach der Devise vorgehen „und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt“.
Beide Mobiltel Gründer wurden von zwei Herren unter Verkaufs-Druck gesetzt, die dem Netzwerk der russischen organisierten Kriminalität zuzurechnen sind: dem Nordex Inhaber Grigori Loutchansky, und Michail Cherney. Beide haben Einreiseverbot in viele Länder Europas.
Angel Pravanov gibt dem Druck nach und verkauft seinen Anteil an Loutchansky.
Aber Stoichek wollte zunächst nicht verkaufen, was er alsbald bitter bereuen sollte, denn auf ihn wurde ein Mordanschlag - in Österreich - verübt, dem allerdings nicht er, sondern sein Vater zum Opfer fiel. Die Täter konnten entkommen. Die austrische Polizei tappt im Dunkeln, oder sollte man besser sagen brauchte 7 Jahre, um den hier dargestellten und auf der Hand liegenden Verdacht des Zusammenhangs zu vermuten und ihm nachzugehen.
Der Mord an seinem Vater war auch für Stoichev zu viel. Also verkaufte er im Jahre 2000 ebenfalls und zwar an Michael Cherney. Für 80 Millionen. Zwei Jahre später geht dann die Firma zum fünffachen Preis an Cherneys Freund Martin Schlaff, und dann weiter für mehr als das Doppelte an die Telekom Austria, für 1,6 Milliarden.
Da kommt Freude auf, allerdings nicht für die bulgarischen Gründer.
Weiter nach Serbien
In Serbien sollte die gleich Chose laufen, mit der Firma MobTel. Diesmal ist die Hypo-Alpe-Adria-Skandalbank mit dabei, um Schlaff zu helfen.Mit 70 Millionen. Aber hier nun lief es schief. Die Regierung Serbiens entzog der Mobtel im Jahre 2005 die Lizenz, die Firma unterfiel der Zwangsverwaltung. Pech für Schlaff und die Hypo-Alpe-Skandalpe.
Aber wozu hat man seine Kontakte zu allen Parteien und damit auch zu der austrischen Regierung? Und so fliegt dann im Januar 2006 der damalige Vizekanzler Hubert Gorbach - sehr komfortabel in Schlaffs Privatjet - nach Belgrad, um für Taus, Schlaff & Co zu intervenieren leidlich erfolgreich. Zwar letztlich keine Mobilfunklizenz aber immerhin finanziell glimpflich davongekommen.
Schlaff lässt sich nicht lumpen
Wer für ihn sich engagiert hat, der darf auf Belohnung rechnen.
Hubert Gorbach ist nun Mitglied des Aufsichtsrats der Schlaff-Firma RHI AG, ebenso Herbert Cordt. Und als der ehemalige BAWAG Chef Elsner schliesslich verhaftet wurde, da stellte Schlaff die Kaution – in Millionenhöhe.
Ich bin kein Politiker, aber ich "helfe" ihnen
So könnte man die staatspolitische Linie des Herrn Schlaff bezeichnen, und zwar sowohl in Österreich, wie auch in Israel. Bereits im Jahre 1999 soll er „Wahlkampfhilfe“ für Ehud Barak bei den Wahlen zur Knesset geleistet haben. Die israelische Justiz ermittelte.
Im Jahre 2003 kam es dann zum Scharongate.
Der bullige und vor keiner Brutalität gegenüber Palästinensern zurückschreckende seinerzeitige israelische Premier Ariel Scharon hatte im Wahlkampf erhebliche Schulden angehäuft. Schlaff konnte helfen.Die Transaktion wurde offenbar über einen Cyril Kern abgewickelt, britischer Geschäftsmann mit Wohnsitz in Südafrika. Das Geld kam von Konten der Arbeiterbank BAWAG.
Aber auch zu den Palästinensern pflegt Schlaff beste Kontakte, sein Privatjet ist das ehemalige Privatflugzeug Yassir Arafats und Arafat erlaubte ihm seinerzeit, ein Casino namens Oasis in Jericho zu eröffnen, was im Zuge der 2. Intifada aber wieder geschlossen wurde.
In Österreich verstand und versteht er sich gut mit allen Politikern, einschliesslich des mittlerweile verstorbenen Rechtsaussen Haider und sorgte dafür, dass Israel im Jahre 2003 trotz Haider wieder einen Botschafter nach Österreich schickte, der wegen Haider im Jahre 2000 abgezogen worden war.
Und Avigdor Lieberman, der israelische Aussenminister soll ebenso zum Netzwerk des Wiener Geschäftsmanns gehören. Die Polizei ermittelt gegen ihn. Jener Lieberman, der jegliche Kontakte zu den Palästinensern ablehnt.
