Sonntag, 29. Dezember 2024

Hercule Poirots Weihnachten am 26. Dezember

 Am Tag der Vergebung (Hl. Stephanus) mache ich jetzt mal einen #Literaturvergleich - erscheint wie eine "paradoxe Intervention", weil in beiden Stücken von #Dürrenmatt & A. Christie die Rache der verlassenen, gedemütigten Geliebten nach 40 Jahren stattfindet. Unfassbar, wobei Agathie Christie viel feingesponnener ist, dagegen wirkt die offensichtliche Rache bei Dürrenmatt und die korrupte Dorfgemeinschaft schon etwas plump. Das wäre mal ein Wunsch an den ORF zumindest Hercules Poirots Weihnachten, ist leider im Internet nur in Englisch verfügbar, auf ARD nur in Deutschland. So lerne ich wenigstens wieder feinstes britisches Englisch.

An diesem Stephanitag (Tag der #Vergebung für die Katholiken in mem. Hl. Stephanus) mache ich mich mal an einen Literaturvergleich (bin keine Literaturwissenschafterin) - scheint irgendwie als eine "paradoxe Intervention", weil in beiden Stücken das #Rachemotiv vorherrscht. Die Rache der verlassenen Geliebten Jahrzehnte später 1. Der Besuch der alten Dame: die Gedemütigte kehrt 45 Jahre später zurück. Die Milliardärin Claire Zachanassian besucht die verarmte Kleinstadt Güllen, in der sie einst ihre Kindheit und Jugend als Klara („Kläri“) Wäscher verbracht hat. Während die Einwohner auf finanzielle Zuwendungen und Investitionen hoffen, will Claire vor allem Rache für ein altes Unrecht: Als sie im Alter von 17 Jahren von dem 19-jährigen Güllener Alfred Ill ein Kind erwartete, leugnete dieser die Vaterschaft und gewann mit Hilfe bestochener Zeugen den von Klara gegen ihn angestrengten Prozess. Entehrt, wehrlos und arm musste Klara Wäscher ihre Heimat verlassen, verlor ihr Kind, wurde zur Prostituierten, gelangte jedoch später durch die Heirat mit einem Ölquellenbesitzer (der noch acht weitere Ehen folgten) an ein riesiges Vermögen. Ende Zitat 2. Hercule Poirots Weihnachten: Im Vergleich zu Dürrenmatt ist Agathe Christie natürlich viel feinsinniger - extrem fein gesponnen ist dieses Meisterwerk. Erst zum Schluss weiß der Zuseher, die Leserin, wer der Mörder ist. Es ist der uneheliche Sohn des Ermordeten, natürlich sehr reich, der zu Weihnachten seine ehelichen Kinder am Schloss versammelt. Der Mörder ist zugleich Polizist, der alles untersucht - raffinierter geht es kaum, Psychologie vom Feinsten und noch dazu ein paar lustige Szenen mit Weihnachtsliedern. Dagegen wirkt Dürrenmatt schon Schweizerisch-plump. Sorry. Aber für Agathe Christie gilt eben: NICHTS IST SO FEIN GESPONNEN, DASS ES NICHT KOMMT AN DIE SONNEN. Der Vorteil bei Dürrenmatt: die alte Dame hat ihren Genuss an der Rache, weil sie nicht verhaftet hat.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.