#Zivilrecht Gerichtliche Erwachsenenvertretung Entmündigung und Enteignung in Österreich. Allen Opfern von Sachwalterschaftsmissbrauch und Entmündigung in Österreich gewidmet
In diesem Buch "Die Republik der Kavaliere" von 2006 beschreibt Pilz auch die Karriere des ehemaligen Stasi-Offiziers Martin Schlaff. By the way: Das tut man nicht unter ehemaligen Geheimdienstoffizieren und Kollegen. Putin, der KGB-Agent (und Stasi-Agent) aus Dresden weiß das, Pilz nicht.
Mit der Handelsfirma Robert Placzek AG war Schlaff vorwiegend im "Osthandel" tätig und pflegte gute Kontakte zu den Spitzen der Deutschen Demokratischen Republik und zur Kommunistischen Partei Österreichs. Nach der Ostöffnung geriet er in den Verdacht, auch mit Technologietransfers und Geldwäsche für die DDR zu seinem nicht unbeträchtlichen Vermögen gekommen zu sein. Die deutsche Justiz konnte allerdings keine ausreichenden Beweise finden und stellte ihre Ermittlungen im Jahr 2000 ein.
Der Hintergrund: Pilz war wütend auf seinen Ex-Stasi-Kollegen Schlaff, weil dieser sich mit der schwarz-blauen Regierung arrangiert hat und Milliarden in den ehemaligen Ostblockländern investierte zu Gunsten auch der ÖVP mit Hilfe von Taus (ÖVP.Chef unter Kreisky) etc. Finanziell halfen da schon mal die "Diebe im Gesetz" aus dem Osten: Bulgarien, Serbien, Telekommunikationsunternehmen in den Ostblockländern wurden aufgekauft wie der Normalbürger die kleine Bürgerin Kaffeetassen kauft (PECUNIA NON OLET sagten schon die alten RömerInnen)
Sechs Jahre nach der schwarz-blauen Wende zieht Peter Pilz Bilanz: über das Ende der politischen Nachkriegszeit, über rotschwarze Altlasten und blauschwarze Neulasten, über die Verhaiderung des Rechtsstaates und die Vergrasserung der Politik und über die Kavaliere, die unter Wolfgang Schüssels Führung das Land verändert haben: „ Österreich ist heute das Land, in dem der Bodensatz oben schwimmt.“
Zudem hat Schlaff (neben der Sanierung der SPÖ-Finanzen nach dem Bawag-Skandal) die Kaution für seinen FM-Bruder H. Elsner bezahlt, damit dieser nicht ins Gefängnis muss - erinnert ein bisschen an die hohe Kaution für Firtasch (ukrainischer Oligarch, wohnhaft in Wien-Hietzing in der Villa von Charlotte Wolters, aber das ist ein anderer Roman).
Ich persönlich habe diese Bücher von Pilz verschlungen, weil ich ja irgendwie einordnen musste diese Denunzierungen gegen mich im politischen Tagebuch des Peter Pilz. Da war die Rede von Stasi-Sackerln, ich sei eine hohe Scientologin, die die Ministerien und die EU mit Scientology-Methoden unterwandern soll - ich bin zu diesen Fällen gekommen wie DIE JUNGFRAU ZUM KIND. Ich hatte keine Ahnung von der Stasi-Vergangenheit des Peter Pilz und seiner intriganten Rolle in Österreichs Innenpolitik. Alles hat seinen Anfang genommen, weil ich eine Strafanzeige in Kopie an den BND schickte. WAS LERNE ICH DARAUS: GENOSSIN ROSY: BLEIB BEIM KÜCHENDIENST BLEIB BEIM PUTZDIENST - Money makes the world go round.
Peter Pilz wurde in der Verhandlung am Landesgericht für Strafsachen - einige Monate vor meiner Entmündigung - übrigens von dem ehrenwerten Herrn Dr. Noll vertreten, der auch versuchte, Geschäfte im Osten zu machen, aber kläglich scheiterte.
Entmündigung auf Österreichisch - mit Stasi-Exkurs Teil 2
Meine historischen Chronologien bieten mir immer wieder Anhaltspunkte, die Gegenwart zu verstehen.
So habe ich bereits 2009/ 2010 eine Methode entwickelt: Wie bin ich in diese Situation gekommen, diese Situation, dass man mich von Seiten der Justiz vernichten will:
Dabei konnte ich folgendes rekonstruieren:
Nach meiner Strafanzeige 2006 mit Kopie an den bnd bin ich von 2006 bis 2008 zunächst bei LVT vorgeladen worden.
Im Herbst 2008, nachdem meine NR-Kandidatur bekannt gegeben wurde, wählte man die feine Klinge:
Man erfand eine Zahlungsklage - bei T-Mobile:
Mit Hilfe dieses Verfahren sollte ich nun vor Gericht gezerrt werden und entmündigt werden. Als das Entmündigungsverfahren durchgezogen war, verzichtete T-Mobile großzügig auf die Forderung.
Spektakuläre Einlieferung in eine psychiatrische Anstalt war bei mir nicht notwendig: Man hatte meine ruin points: Schwangerschaftspsychose, AKH-Stasi-Vergiftungen 90-er Jahre. Anmerkung; Das AKH verweigert bis heute die Herausgabe der Akten. Ich wurde 94 vergiftet und konnte mich einige Wochen an nichts mehr erinnern - dies passierte auch berühmteren Menschen, z.B. Hofrat Stefan Csoka BMF.
Es handelt sich bei diesen Medikationen offenbar um ein Gemeinschaftsprojekt cia und alte Stasi-Agenten in Wien, denen fad geworden ist. So suchen sie sich immer neue Opfer.
Nun zurück zur Methode:
SW-Verfahren 2015 bis 2018
2015 war es wieder so weit: Man erfand wieder am BG Wien 23 eine Klage - diesmal war der Betrag um einiges höher: Dann sagte man wieder: die Hödl steht das Verfahren nicht durch (es war keine einfache Zahlungsklage, sondern eine Klage auf Widerruf und Unterlassung) SIE BENÖTIGT EINEN SACHWALTER.
Diesmal war es um einiges leichter, weil der Sachwalter NUR für das Verfahren bestellt wurde. Zugleich verschwand die Klägerin aus Wien, vermutlich wurde sie in ein SC-Lager transferiert.
Das Verfahren endete mit einem Vergleich und ich bezahlte Euro 353, 50. Erbsenzählen tut immer gut.
Jedenfalls beendete der Anwalt das Verfahren kurz vor Inkraft-Treten des neuen Gesetzes zur Gerichtlichen Erwachsenenvertretung.
Insgeheim laufen die Verfahren weiter: die Österr. Gesundheitskasse schickte kurz vor dem ersten Lockdown die neue E-Card mit Foto an den ehemaligen Sachwalter und Verfahrenshelfer.
Im Dezember 2019 wurde das Brz in das BM für Wirtschaft und Digiatlisierung eingegliedert.
Somit erhielt ich keine Beschlüsse des Bezirksgerichtes per Post mehr.
Am Bezirksgericht Liesing arbeiten Personen u.a. aus Kroatisch-Minihof, welches gute Beziehungen zur SPÖ, zu SPÖ-Bundesgeschäftsführern hat. Übrigens ist Wien 23 ohnehin immer ein roter Bezirk gewesen.
Erst im April 2021 konnte ich die Beschlüsse, die hinter meinem Rücken am Bezirksgericht Wien-Liesing erstellt wurden, in Papierform erhalten und die Gerichtsgebühren bezahlen, sodass Exekutionen bzw. Pflegschaftsverfahren (z.B. wegen Euro 128,--)verhindert werden konnten.
Das Brz hat mir auf meine E-Mail-Adresse immer wieder folgende Mitteilungen geschickt:
Conclusio: Diese Methode des dauerhaften Zermürbens und Involvierens in Gerichtsverfahren, die das Zielobjekt auch psychisch vernichten sollen dürfte eine Mischung aus den Scientology-Methoden IN DEN RUIN KLAGEN und alten Stasi-Methoden sein.
Wir wissen ja aus den Büchern von Billerbeck/Nordhausen, dass Scientology gerade in der ehemaligen DDR große Erfolge erzielte.
Putin weiß das natürlich alles. Aber er wird alle. Ich befürchte, dass dieser Krieg jetzt alles ändern wird, die gesamte Weltordnung.
Ich und viele andere haben es ja schon immer gesagt/ geschrieben: diese gesamte Corona-Krise war ja simulierter Krieg.
Dennoch muss man im Krieg- auch im Kleinkrieg - seine GegnerInnen kennen. Es ist kein angenehmes Leben als Ex-Mündel.
Entmündigung auf Österreichisch - mit Stasi-Exkurs Teil eins
Die Stasi-Entmündigungsmethode oder wie man seine GegnerInnen durch raffinierte Entmündigungsmethoden am Bezirksgericht ausschaltet
Da V. Putin jetzt in aller Munde ist und man sich genau mit seiner Biographie beschäftigt, fällt mir eines auf:
Putin war in den 80-er Jahren als KGB-Agent in Dresden (DDR) stationiert und hatte auch beste Kontakte zur Stasi.
Die Stasi war neben den raffinierten Desinformations- und Täuschungsmanövern auch bekannt für ihre perfiden Entmündigungsmethoden - vor allem von Intellektuellen, die nicht ins Konzept passten.
Auch Putins Frau Ludmilla ist ein Sprachengenie. Wichtig dabei ist:
1. Traue niemandem.
2. Rechne immer damit, dass Deine Umgebung infiltriert ist mit allen möglichen Agenten.
3. Isoliere Deine Feinde.
4. Positioniere Romeo-Agenten.
Nie vergessen werde ich einen Film über die Stasi: Da hat ein Romeo-Agent eine Sekretärin aus der Bayrischen Landesregierung geheiratet.
Hochzeitsgäste: vermeintliche Verwandte des Bräutigams aus Berlin, allesamt Stasi-Agenten.
Die Kraft der Emotionen oder Liebesgrüße aus Moskau
Ein sehr guter Agenten-Film ist auch the red sparrow
Da müssen die Agenten in Ausbildung Sex vor der Klasse machen. Ziel: Jegliche Emotionen in Bezug auf Sexualität zu töten. Das ist letztlich auch Weiße Folter - oder Schwarze körperliche Folter, zumindest eine Vorbereitung.
"Wie viele wunderbare Leute es in der DDR gab", hat Wolf Biermann erst aus seinen Stasi-Akten erfahren: Ein Spitzel - eine schöne Schauspielerin, die ihn ins Bett locken sollte - erwies sich für die Staatssicherheit als Niete. Sie hatte sich in ihn verliebt, erzählt der Dichter und Liedermacher im Interview mit SPIEGEL ONLINE.
SPIEGEL ONLINE: Wir fragen trotzdem nach: Wie können Sie nach zehntausend Seiten Spitzelberichten in Stasi-Akten noch an das Gute im Menschen glauben?
Biermann: Tja, man darf sich die Stasi-Akten-Lektüre eben nicht so vorstellen, als wenn Heinrich Heine in den Nachtopf der Göttin Harmonia guckt, am Ende des Wintermärchens - die berühmte Szene. Wo er nur beschreibt, was er alles gerochen hat und uns verheimlicht, was er alles gesehen hat, als er in die Zukunft schauen wollte. Als ich meine Akten gelesen habe, habe ich nicht in einen Nachttopf geguckt oder gerochen, sondern ich war erstaunt, wie viele tapfere, kluge, wunderbare Leute es in der DDR gab, vielmehr als ich dachte. Weil nämlich in so einem totalitären System - logischerweise - die tapferen, klugen Leute ihre Taten verheimlichen müssen und sich nicht damit öffentlich spreizen können wie in der Demokratie.
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SPIEGEL ONLINE: Wie meinen Sie das?
Biermann: Die Stasi hatte zum Beispiel eine junge, schöne Schauspielerin auf mich angesetzt. Die sollte zu mir ins Bett und mich aushorchen. Viermal habe ich sie weggeschickt. Aber beim fünften Mal - na ja. Und kurz bevor ich meine Akten nach der Wende gelesen habe, schrieb mir diese Frau. "Lieber Wolf, da wirst Du auch meinen Namen finden." Und was habe ich gefunden: Sie war für die Stasi komplett unbrauchbar. Denn Sie hat ihrem Führungsoffizier gesagt: Ich habe mich in diesen Biermann verliebt. Damit war sie als IM erledigt. Die Stasi hatte pro Kopf 20 Mal mehr Spitzel als die Nazis. War die DDR also 20 Mal so schlimm wie der Nationalsozialismus? Natürlich nicht. Dieser gewaltige Spitzelapparat mit diesen unglaublich vielen hoch bezahlten Lumpen, ob offizielle Offiziere, ob inoffizielle Mitarbeiter, sind ein schlagender Beweis dafür, dass es viele Menschen gab, die man in der DDR bespitzeln und unterdrücken musste. Und das spricht ja für die Menschen in der DDR. Wenn man das in seinen Akten liest, wird man eben nicht erschüttert in seinem Glauben an die Menschen. So eine Lektüre ist auf eine makabere, schmerzhafte Weise aufbauend.
SPIEGEL ONLINE: Finden Sie den Zustand vom Aufbau Ost eigentlich auch aufbauend? Oder wird zu viel gejammert?
Biermann: Ja und Nein. Wenn man bedenkt, dass die eigenen Leiden immer die größten sind. Wenn ich mir den Finger beim Äpfel pflücken abreiße... (Biermann hebt die rechte Hand hoch an dem die Kuppe des kleinen Fingers fehlt)
SPIEGEL ONLINE: Wann ist das denn passiert?
Biermann: Vor einem Jahr ungefähr. Das erlebt man im Schock erstmal schlimmer, als wenn in Srebrenica 8000 Muslime hingemetzelt oder Raketen vom Libanon nach Israel auf Überlebende des Holocaust geschossen werden. Oder, oder, oder. In der subjektiven Seelenökonomie sind die eigenen Leiden immer die größten.
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SPIEGEL ONLINE: Wie geht es ohne kleinen Finger beim Gitarrespielen?
Biermann: Naja, nun gut, das ist gar nüscht. Ist doch zum Lachen. Aber wenn es der linke, kleine Finger gewesen wäre, wär ich zusammengebrochen, dann kann ich nämlich nicht mehr Gitarre spielen, keine Konzerte mehr geben, während der rechte kleine Finger nie mitspielen durfte und im Laufe der Jahre einfach beleidigt war. Stellen Sie sich das mal seelisch vor, für so einen kleinen Finger an der rechten Hand, der steht ja auch mit auf der Bühne, im Rampenlicht. Der Biermann singt zur Gitarre, die Leute klatschen, zahlen Eintritt dafür, von der Gage wird das Brot gekauft, für die Kinder und wer hat daran keinen Anteil? Der kleine rechte Finger, der müsste eigentlich zum Psychiater, auf die Couch. Geht aber nicht, weil er zu fest an mir dran hängt, und dann verliert er irgendwann mal die Nerven und sagt "Ich geh schon mal vor."
SPIEGEL ONLINE: Hat er sich mal wieder gemeldet?
Biermann: Er meldet sich jeden Tag, weil es weh tut, wenn ich eine Faust mache. Es heilt nicht so gut, wie mir der Chirurg gesagt hatte. Apropos Chirurg: In Wandsbek, als es passierte, hing das Stück, was jetzt fehlt, an einem Hautfetzen noch dran, aber es war nicht abgeschnitten, sondern abgefetzt, deswegen konnte er das auch nicht wieder annähen. Während er operierte, sagte er immer - weil ich das nicht sehen sollte, hatten sie ein grünes Tuch dazwischen gespannt - was er machte, denn das wollte ich wissen. Er sagte "Jetzt, Herr Biermann, nehme ich die Knochenknabberzange."
SPIEGEL ONLINE: Das klingt doch sehr professionell.
Biermann: Dann sagte er "So, Herr Biermann, jetzt schneide ich endgültig durch, dann ist er ganz ab." Und da fiel mir nichts Originelleres ein, als zu fragen "Wo kommt denn der Finger jetzt hin?" Da sagte die hübsche, kleine Schwester Stefanie - Sie sehen, angesichts der Tatsache, dass ich noch die Nerven hatte, darauf zu achten, dass sie hübsch, klein und dunkelhaarig war und Stefanie hieß, ging es mir noch relativ gut. Stefanie sagte dann den Hammersatz, im Hamburgischen, gemütlichen, kaltherzlichen Tonfall: "Der kommt innen Sondermüll." So leiden natürlich die Ossis in der DDR an dem verlorenen Finger mehr als daran, dass in anderen Teilen der Welt Millionen von Menschen der Kopf abgeschlagen wird.
SPIEGEL ONLINE: Oder ein paar Kilometer weiter in Polen, wo es den Menschen erheblich schlechter geht, aber trotzdem weniger gejammert wird.
Biermann: Wenn man begreift, dass man nicht nur zu seiner Sippe, sondern nebenbei noch zur Menschheit gehört, dann sieht man vieles anders. Ich weiß nicht, wie viele tausend Milliarden Mark in diesen Osten reingepumpt wurden.
SPIEGEL ONLINE: Bisher etwa 1500 Milliarden Euro.
Biermann: Der Marschall-Plan nach dem Zweiten Weltkrieg kostete nur einen winzigen Bruchteil dieser Summen und war der Anschub für den Wirtschaftsaufschwung in Deutschland, in England, in Italien, in Frankreich. Insofern beneiden natürlich die anderen Länder des zerbrochenen Ostblocks, die Polen, Rumänen, Bulgaren, Tschechen, die Ostdeutschen um ihren reichen Bruder, der ihnen das bieten kann. Gleichzeitig geht es aber den Polen besser als den Ostdeutschen, weil sie nicht von einer Unmündigkeit in die nächste gekippt sind. Der schwerste Schaden, den das totalitäre Regime im Osten bei den Menschen angerichtet hat, ist nicht die Armut, weil das ja relativ ist. Andere Völker auf derselben Welt wären gern so arm wie die Polen. Dann wären sie reiche Leute. Der schlimmste Schaden ist, dass die Menschen entmündigt wurden und nicht zuständig sind für sich selbst. Diesen Schaden können die Völker besser beheben, wenn sie nicht jemanden haben, der zweitausend Milliarden Mark oder Euro oder Dollar liefert. Das perpetuiert das Hauptleiden.
SPIEGEL ONLINE: In der deutschen Politik hätten sie mit solchen Wahrheiten keine Chance...
Biermann: Nein, zum Glück. Deswegen kann ich so was ja auch sagen, muss es sagen, weil ich nicht in der schrecklichen Lage bin, gewählt werden zu wollen. Das muss ja einen Nutzen haben. Die Wahrheit: Wenn ich Politiker wäre und in den Bundestag wollte, würde ich so was nicht sagen, sonst wäre ich ein Simpel. Da ich aber nicht dahin muss, wäre ich ein Schuft, wenn ich nicht so sprechen würde, wie ich es tue. Ich will mich doch - wie jeder Mensch - in irgendeiner Weise nützlich machen für andere Leute, das ist doch eines unserer größten Vergnügen.
SPIEGEL ONLINE: Sie sind als Hamburger nach Ost-Berlin gegangen, dann als DDR-Bürger in den Westen. In letzter Zeit sind sie oft in Israel, das Sie immer mehr als ihr Vaterland betrachten und als "fremdvertraut" beschreiben. Warum?
Biermann: Weil dort so viele Menschen leben, mit denen ich mich eingelassen habe, die mit meiner kleinen Familiengeschichte, in die ich hineingeboren wurde, mehr zu tun haben als die meisten Deutschen. Die meisten Deutschen waren Nazis, und ich komme durch den Zufall der Geburt gleich aus zwei Minderheiten: Kommunisten und Juden. Das ist weder ein Verdienst von mir noch eine Schuld, so wie es ja auch keine Schuld oder Verdienst ist, wenn jemand von einem SS-Obersturmführer gezeugt und in dessen Familie aufgewachsen ist. Das kann sich doch keiner aussuchen - hat aber Konsequenzen. In Israel leben aber viele Juden, die damals aus Deutschland geflüchtet sind, nicht weil sie unbedingt in das Land der Kamele und Araber wollten, sondern weil sie am Leben bleiben wollten. Sie waren entsetzt, als sie die Palmen sahen und die Hitze spürten, und von den Juden, die dort schon immer lebten, wurden sie sehr ungnädig empfangen. Denen sagte man: "Kommst du aus Deutschland oder kommst Du aus Zionismus?" Dieser kleine Satz ist doch erhellend für das Problem. Aber wie das dann so ist, die Jahre ziehen ins Land, man bleibt dann doch im Land der Araber und Kamele, heiratet, kriegt Kinder, die wachsen mit Hebräisch auf, können schon gar kein Deutsch mehr, und so wimmelt es in Israel von Menschen, die ein Leben leben, dass mein Vater gelebt hätte, wenn er rechtzeitig ausgewandert wäre, statt gegen Herrn Hitler Sabotage hier im Hamburger Hafen zu machen.
SPIEGEL ONLINE: Sie singen dort auf Deutsch - versteht man Ihre Texte?
Biermann: Ach, klar. Ich singe, spiele - mit einem Finger weniger - Klavier und Gitarre, und die Leute hören zu. Was Sie verstehen? Was versteht man denn von Bob Dylan (singt): "Hey! Mr. Tambourine Man, play a song for me/ In the jingle jangle morning I'll come followin' you."
SPIEGEL ONLINE: Von Israel aus haben Sie dem SPIEGEL und dem "Stern" vorgeworfen, die antiisraelischen Tendenzen mit der Berichterstattung zu verstärken. Übertreiben Sie da nicht?
Biermann: Sie atmen die allgemeine Luft in Deutschland wie wir alle. Das ist kein individuelles Versagen, geschweige denn böse Absicht, Gemeinheit. Der Goethe hat das Problem durchschaut. Er sagte, den Dummheiten seiner Epoche entgeht kein Mensch ganz. Das ist ein weises Wort und trotzdem richtig, will sagen: Es hat nicht diese Allerweltsweisheit, die im Grunde nichts sagt. Sie belehrt uns darüber, dass wir alle nur im verschiedenen Grade den Dummheiten unsere Epoche entgehen, und wenn ich jetzt dagegen Front mache, weiß ich ganz genau, dass ich nicht den goldenen Mittelweg gehen kann. Ich muss in die andere Richtung übertreiben, und ich muss aus hygienischen Gründen wissen, dass das so ist, sonst spiele ich nämlich den lieben Gott, der ich nicht bin. Wir liegen alle schief, solange wir lebendig sind. Die Toten wissen alles besser, aber mit denen kommt man ja nie ins Gespräch.
Das Interview führten Andreas Borcholte und Claus Christian Malzahn.
Biermann: Die Stasi hatte zum Beispiel eine junge, schöne Schauspielerin auf mich angesetzt. Die sollte zu mir ins Bett und mich aushorchen. Viermal habe ich sie weggeschickt. Aber beim fünften Mal - na ja. Und kurz bevor ich meine Akten nach der Wende gelesen habe, schrieb mir diese Frau. "Lieber Wolf, da wirst Du auch meinen Namen finden." Und was habe ich gefunden: Sie war für die Stasi komplett unbrauchbar. Denn Sie hat ihrem Führungsoffizier gesagt: Ich habe mich in diesen Biermann verliebt. Damit war sie als IM erledigt. Die Stasi hatte pro Kopf 20 Mal mehr Spitzel als die Nazis. War die DDR also 20 Mal so schlimm wie der Nationalsozialismus? Natürlich nicht. Dieser gewaltige Spitzelapparat mit diesen unglaublich vielen hoch bezahlten Lumpen, ob offizielle Offiziere, ob inoffizielle Mitarbeiter, sind ein schlagender Beweis dafür, dass es viele Menschen gab, die man in der DDR bespitzeln und unterdrücken musste. Und das spricht ja für die Menschen in der DDR. Wenn man das in seinen Akten liest, wird man eben nicht erschüttert in seinem Glauben an die Menschen. So eine Lektüre ist auf eine makabere, schmerzhafte Weise aufbauend.
SPIEGEL ONLINE: Finden Sie den Zustand vom Aufbau Ost eigentlich auch aufbauend? Oder wird zu viel gejammert?
Biermann: Ja und Nein. Wenn man bedenkt, dass die eigenen Leiden immer die größten sind. Wenn ich mir den Finger beim Äpfel pflücken abreiße... (Biermann hebt die rechte Hand hoch an dem die Kuppe des kleinen Fingers fehlt)
SPIEGEL ONLINE: Wann ist das denn passiert?
Biermann: Vor einem Jahr ungefähr. Das erlebt man im Schock erstmal schlimmer, als wenn in Srebrenica 8000 Muslime hingemetzelt oder Raketen vom Libanon nach Israel auf Überlebende des Holocaust geschossen werden. Oder, oder, oder. In der subjektiven Seelenökonomie sind die eigenen Leiden immer die größten.
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SPIEGEL ONLINE: Wie geht es ohne kleinen Finger beim Gitarrespielen?
Biermann: Naja, nun gut, das ist gar nüscht. Ist doch zum Lachen. Aber wenn es der linke, kleine Finger gewesen wäre, wär ich zusammengebrochen, dann kann ich nämlich nicht mehr Gitarre spielen, keine Konzerte mehr geben, während der rechte kleine Finger nie mitspielen durfte und im Laufe der Jahre einfach beleidigt war. Stellen Sie sich das mal seelisch vor, für so einen kleinen Finger an der rechten Hand, der steht ja auch mit auf der Bühne, im Rampenlicht. Der Biermann singt zur Gitarre, die Leute klatschen, zahlen Eintritt dafür, von der Gage wird das Brot gekauft, für die Kinder und wer hat daran keinen Anteil? Der kleine rechte Finger, der müsste eigentlich zum Psychiater, auf die Couch. Geht aber nicht, weil er zu fest an mir dran hängt, und dann verliert er irgendwann mal die Nerven und sagt "Ich geh schon mal vor."
SPIEGEL ONLINE: Hat er sich mal wieder gemeldet?
Biermann: Er meldet sich jeden Tag, weil es weh tut, wenn ich eine Faust mache. Es heilt nicht so gut, wie mir der Chirurg gesagt hatte. Apropos Chirurg: In Wandsbek, als es passierte, hing das Stück, was jetzt fehlt, an einem Hautfetzen noch dran, aber es war nicht abgeschnitten, sondern abgefetzt, deswegen konnte er das auch nicht wieder annähen. Während er operierte, sagte er immer - weil ich das nicht sehen sollte, hatten sie ein grünes Tuch dazwischen gespannt - was er machte, denn das wollte ich wissen. Er sagte "Jetzt, Herr Biermann, nehme ich die Knochenknabberzange."
SPIEGEL ONLINE: Das klingt doch sehr professionell.
Biermann: Dann sagte er "So, Herr Biermann, jetzt schneide ich endgültig durch, dann ist er ganz ab." Und da fiel mir nichts Originelleres ein, als zu fragen "Wo kommt denn der Finger jetzt hin?" Da sagte die hübsche, kleine Schwester Stefanie - Sie sehen, angesichts der Tatsache, dass ich noch die Nerven hatte, darauf zu achten, dass sie hübsch, klein und dunkelhaarig war und Stefanie hieß, ging es mir noch relativ gut. Stefanie sagte dann den Hammersatz, im Hamburgischen, gemütlichen, kaltherzlichen Tonfall: "Der kommt innen Sondermüll." So leiden natürlich die Ossis in der DDR an dem verlorenen Finger mehr als daran, dass in anderen Teilen der Welt Millionen von Menschen der Kopf abgeschlagen wird.
SPIEGEL ONLINE: Oder ein paar Kilometer weiter in Polen, wo es den Menschen erheblich schlechter geht, aber trotzdem weniger gejammert wird.
Biermann: Wenn man begreift, dass man nicht nur zu seiner Sippe, sondern nebenbei noch zur Menschheit gehört, dann sieht man vieles anders. Ich weiß nicht, wie viele tausend Milliarden Mark in diesen Osten reingepumpt wurden.
SPIEGEL ONLINE: Bisher etwa 1500 Milliarden Euro.
Biermann: Der Marschall-Plan nach dem Zweiten Weltkrieg kostete nur einen winzigen Bruchteil dieser Summen und war der Anschub für den Wirtschaftsaufschwung in Deutschland, in England, in Italien, in Frankreich. Insofern beneiden natürlich die anderen Länder des zerbrochenen Ostblocks, die Polen, Rumänen, Bulgaren, Tschechen, die Ostdeutschen um ihren reichen Bruder, der ihnen das bieten kann. Gleichzeitig geht es aber den Polen besser als den Ostdeutschen, weil sie nicht von einer Unmündigkeit in die nächste gekippt sind. Der schwerste Schaden, den das totalitäre Regime im Osten bei den Menschen angerichtet hat, ist nicht die Armut, weil das ja relativ ist. Andere Völker auf derselben Welt wären gern so arm wie die Polen. Dann wären sie reiche Leute. Der schlimmste Schaden ist, dass die Menschen entmündigt wurden und nicht zuständig sind für sich selbst. Diesen Schaden können die Völker besser beheben, wenn sie nicht jemanden haben, der zweitausend Milliarden Mark oder Euro oder Dollar liefert. Das perpetuiert das Hauptleiden.
SPIEGEL ONLINE: In der deutschen Politik hätten sie mit solchen Wahrheiten keine Chance...
Biermann: Nein, zum Glück. Deswegen kann ich so was ja auch sagen, muss es sagen, weil ich nicht in der schrecklichen Lage bin, gewählt werden zu wollen. Das muss ja einen Nutzen haben. Die Wahrheit: Wenn ich Politiker wäre und in den Bundestag wollte, würde ich so was nicht sagen, sonst wäre ich ein Simpel. Da ich aber nicht dahin muss, wäre ich ein Schuft, wenn ich nicht so sprechen würde, wie ich es tue. Ich will mich doch - wie jeder Mensch - in irgendeiner Weise nützlich machen für andere Leute, das ist doch eines unserer größten Vergnügen.
SPIEGEL ONLINE: Sie sind als Hamburger nach Ost-Berlin gegangen, dann als DDR-Bürger in den Westen. In letzter Zeit sind sie oft in Israel, das Sie immer mehr als ihr Vaterland betrachten und als "fremdvertraut" beschreiben. Warum?
Biermann: Weil dort so viele Menschen leben, mit denen ich mich eingelassen habe, die mit meiner kleinen Familiengeschichte, in die ich hineingeboren wurde, mehr zu tun haben als die meisten Deutschen. Die meisten Deutschen waren Nazis, und ich komme durch den Zufall der Geburt gleich aus zwei Minderheiten: Kommunisten und Juden. Das ist weder ein Verdienst von mir noch eine Schuld, so wie es ja auch keine Schuld oder Verdienst ist, wenn jemand von einem SS-Obersturmführer gezeugt und in dessen Familie aufgewachsen ist. Das kann sich doch keiner aussuchen - hat aber Konsequenzen. In Israel leben aber viele Juden, die damals aus Deutschland geflüchtet sind, nicht weil sie unbedingt in das Land der Kamele und Araber wollten, sondern weil sie am Leben bleiben wollten. Sie waren entsetzt, als sie die Palmen sahen und die Hitze spürten, und von den Juden, die dort schon immer lebten, wurden sie sehr ungnädig empfangen. Denen sagte man: "Kommst du aus Deutschland oder kommst Du aus Zionismus?" Dieser kleine Satz ist doch erhellend für das Problem. Aber wie das dann so ist, die Jahre ziehen ins Land, man bleibt dann doch im Land der Araber und Kamele, heiratet, kriegt Kinder, die wachsen mit Hebräisch auf, können schon gar kein Deutsch mehr, und so wimmelt es in Israel von Menschen, die ein Leben leben, dass mein Vater gelebt hätte, wenn er rechtzeitig ausgewandert wäre, statt gegen Herrn Hitler Sabotage hier im Hamburger Hafen zu machen.
SPIEGEL ONLINE: Sie singen dort auf Deutsch - versteht man Ihre Texte?
Biermann: Ach, klar. Ich singe, spiele - mit einem Finger weniger - Klavier und Gitarre, und die Leute hören zu. Was Sie verstehen? Was versteht man denn von Bob Dylan (singt): "Hey! Mr. Tambourine Man, play a song for me/ In the jingle jangle morning I'll come followin' you."
SPIEGEL ONLINE: Von Israel aus haben Sie dem SPIEGEL und dem "Stern" vorgeworfen, die antiisraelischen Tendenzen mit der Berichterstattung zu verstärken. Übertreiben Sie da nicht?
Biermann: Sie atmen die allgemeine Luft in Deutschland wie wir alle. Das ist kein individuelles Versagen, geschweige denn böse Absicht, Gemeinheit. Der Goethe hat das Problem durchschaut. Er sagte, den Dummheiten seiner Epoche entgeht kein Mensch ganz. Das ist ein weises Wort und trotzdem richtig, will sagen: Es hat nicht diese Allerweltsweisheit, die im Grunde nichts sagt. Sie belehrt uns darüber, dass wir alle nur im verschiedenen Grade den Dummheiten unsere Epoche entgehen, und wenn ich jetzt dagegen Front mache, weiß ich ganz genau, dass ich nicht den goldenen Mittelweg gehen kann. Ich muss in die andere Richtung übertreiben, und ich muss aus hygienischen Gründen wissen, dass das so ist, sonst spiele ich nämlich den lieben Gott, der ich nicht bin. Wir liegen alle schief, solange wir lebendig sind. Die Toten wissen alles besser, aber mit denen kommt man ja nie ins Gespräch.
Das Interview führten Andreas Borcholte und Claus Christian Malzahn.