Mittwoch, 28. Oktober 2020

Narzissmus und Goldmündin: Entmündigung als narzistische Kränkung: Überwindung und Bewältigungsstrategien

Betreff Entmündigung als narzistische Kränkung und frühe Traumatisierungen einer Klosterschülerin wie mich, erlaube ich mir hier einen sehr wertvollen Dialog mit Walter F. von Facebook wieder zu geben. 

Hiermit sei besonderer Dank Herrn Walter gezollt, dass er mich auf Hermann Hesse´s großartiges Werk

"Narziss und Goldmund" aufmerksam machte, das Parallelen zu den 

"Leiden einer Klosterschülerin" und Chronologie einer Entmündigung aufweist. 

Dennoch war die Bewältigung des Rauswurfs aus der Klosterschule nach der 7. Klasse durch eine Nonne eine großartige Vorbereitung auf 

die narzistische Kränkung der Entmündigung und (versuchten) Enteignung. 

Besonderer Dank gilt Hermann Hesse für die Aufarbeitung seiner Traumata. Interessant ist, dass gerade Kinder von MissionarInnen, evangelischen Pfarrern und Pastoren wie #Dürrenmatt oder Ingmar #Bergman ihre Kindheits- und Jugendtraumata so großartig künstlerisch verarbeiten konnten. 

Damals: Das mit dem leichten Gepäck hat auch eine psychologische und philosophische Dimension, nicht allein medizinische. Einsicht verdanke ich Johann Georg Herberstein. Religion trennt, auch in diesem Fall, nämlich mich von ihm. Gemeinsamer Freund ist gewesen: Frederick Mayer, Befreundete: Eva Pfisterer, preisgekrönte Wirtschaftsjournalistin beim ORF gewesen, politisch links und intelligent. Kam aus ganz einfachen Verhältnissen

Das ist eine sehr große Weisheit: es reist sich leichter mit wenig Gepäck: Loslassen können ist eine hohe Kunst und nicht immer den alten Mist aufwärmen...(es kann sonst nichts Neues herein kommen, wenn man dauernd an den alten Verbitterungen Frustrationen und Misserfolgen bzw. Schuldprojektionen festhält)

In den Achtziger Jahren hab' ich so einen amerikanischen Kurs besucht: "zeitdichte Schotten".

Ich weiß eh. "Stufen". "Nimm Abschied Herz Und gesunde. "

https://www.lyrikline.org/de/gedichte/stufen-5494?fbclid=IwAR0-Kvx3HKTd_igw6YkGe0RbtharuWxJ76afvn6-CuCxc1c8nCYqbm5Q5MA

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Danke für den Link - Hesse ist wirklich lesenswert
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Herr W. schreibt 

Gedicht habe ich meiner ersten Freundin zu verdanken. Wir schätzten beide Hermann Hesse und Thomas Mann. Das Gedicht "Stufen" hat sie mir mit der Hand geschrieben, dazu gab's Deko-Sternderln. Sie wollte mich trösten, aufbauen, heilen. Das "Glasperlenspiel" hat mich stark beeindruckt, auch "Narziß und Goldmund". Sie meinte, ich sei die Synthese aus Narziß und Goldmund. Hehe

Danke - ich habe beide Bücher zu Hause. Es ist wirklich Zeit, mal wieder zu lesen.

Ich danke Dir 100 Mal - wirklich eine Anregung meine Traumatisierenden Erfahrungen in der Klosterschule auch mal künstlerisch zu verarbeiten, wenngleich die Überwindung derselben (#Externistenmatura) mir sehr im Leben geholfen hat - auch bei der traumatisierenden Erfahrung der 10-jährigen #Polit/#Stasi-#Entmündigung. Was einen nicht tötet, macht einen nur stärker. Für mich grenzt es ja an ein Wunder, dass ich mir eine Art persönlichen Glauben wieder erarbeitet habe und zurück gewonnen habe.

Hermann Hesse wurde 1891/92 im Evangelischen Seminar Maulbronn nachhaltig traumatisiert. Literarisch verarbeitete Hesse dieses Trauma in seiner Erzählung Unterm Rad (1906) und in seinem Gedicht Im Maulbronner Kreuzgang (1914).

wow - ich spreche meine Hochachtung aus von wegen Deiner literarischen Kenntnisse....(eher ungewöhnlich für Naturwissenschafter)

In Gedanken bin ich immer beim Entmündigungstrauma hängen geblieben - obwohl ich im Laufe der Jahre viele Verdrängungen aufgearbeitet habe: An der Uni sagten die männlichen Studentinnen immer zu mir: Du bist eine echte Ursuline, eine echte Klosterschülerin...sprichst so leise.....Es war ja nicht gewünscht laut zu diskutieren....Irgendwann erkannte ich dann im Laufe der Entmündigungsfolter, dass ich dieses Trauma so gut verarbeitet habe (damals mit einer bekannten Nachhilfe-Professorin aus Graz) und daher ohnehin schon tief drinnen Bewältigungsstrategien habe....jöh - das wird ein Buch. Du hast was bei mir gut. Danke...

ein Spiegel ist für mich z.b. die Frau Stephanie Krisper (Ursulinen Wien) ....spricht auch so gehemmt....nie vergessen werde ich wie sie bei einem Misstrauensantrag gegen Kickl auf ihr Papier schaute und leise sagte "Treten sie zurück" Sie hat sich nicht getraut, dem Kickl in die Augen zu schauen. Der Kickl ist auf der Regierungsbank gesessen und hat so was von gegrinst...sie ist aber besser geworden, man/frau kann durch Rhetorik-Schulung einiges gut machen aber nicht alles...Was Rede-Schulung und "Goschn" betrifft sind die Roten ja die Besten, da braucht man nur Hauptschule, um z.B. Präsidentin oder Ministerin oder Abgeordneter zu werden. 

https://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_02344/index.shtml

Stephanie Krisper wurde am 24. Mai 1980 geboren und besuchte das Neusprachliche Gymnasium St. Ursula in Wien, wo sie 1998 die Matura mit Auszeichnung ablegte. Anschließend begann sie im September 1998 das Studium der Rechtswissenschaften an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien


zur zeitlichen Einordnung: das #Urtrauma (oder zumindest ein früheres ist nicht die Entmündigung als narzisstische Kränkung) sondern natürlich der Rauswurf aus der KLOSTERSCHULE in der 7. Klasse Gymnasium (ein ruin point) durch eine Nonne als KLASSENBESTE (ich hatte in der 5. Klasse lauter Einser und schrieb alle Latein-Schularbeiten inkl. Matura EINS) ich maturierte drei Jahre später (studierte inzwischen Klavier) mit gutem Erfolg als ERSTE in der Geschichte der Externistenmatura (BRG Pestalozzi Graz) - soviel zu Plagiaten und gefälschten Zeugnissen.....

Noch bis zu meinem 30. Geburtstag hatte ich PANISCHE ANGST VOR NONNEN - ich wechselte immer die Straßenseite wenn ich eine sah. Ist erst gut geworden mit der Übersiedlung nach Wien.

Ich schrieb an die Klasnic-Kommission meine Geschichte: 

Von Frau Klasnic (nicht sehr hoch gebildet und daher zu entschuldigen) erhielt ich einen Satz: 

Martin Gutl war super. Mehr nicht. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Narzi%C3%9F_und_Goldmund#Bezug_zum_Kloster_Maulbronn

Hermann Hesse wurde 1891/92 im Evangelischen Seminar Maulbronn nachhaltig traumatisiert. Literarisch verarbeitete Hesse dieses Trauma in seiner Erzählung Unterm Rad (1906) und in seinem Gedicht Im Maulbronner Kreuzgang (1914).

Die Handlung der Erzählung Narziß und Goldmund beginnt im Kloster Mariabronn. Aus der Beschreibung der Klosteranlage lässt sich schließen, dass die Vorlage für das fiktive Mariabronn das Kloster Maulbronn ist, das Hesse intensiv kennengelernt hat. Der Name ist kaum abgeändert, der Erzähler stellt sich lediglich vor, wie das protestantische Seminar vor der Reformation als katholisches Kloster ausgesehen und wie das Klosterleben sich abgespielt haben muss. Die heitere Stimmung zu Beginn des Buches zeigt, dass Hesse im Jahr 1930 unbefangen und positiv über den Ort schreiben konnte, an dem ihm 1892 Suizidgedanken gekommen waren und der noch 1914 gemischte Gefühle bei ihm hinterlassen hatte.



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