Mein Fall - 11. Juni 2022
Derzeit arbeite ich mich gerade ab an den Erzählungen eines Waldviertler Bauernbuben: Hier trifft die Härte und Klarheit des Waldviertels auf die typischen österreichischen Machtstrukturen (höfische Machtstrukturen in Wien seit Metternich) die ein eigenartiges Konglomerat aus Justiz, Politik und Altar sind.
Nachdem er seine Geschichte - demütigend - bei mehreren Personen einer "Opferschutzkommission" erzählen muss, erhält er ein Honorar von 10.000 Euro für vier Jahre Dienste als Lustknabe. Nun könnte man sagen, in der Antike gab es gar kein Honorar. Das waren mehrheitlich Sklaven, die diese Dienste - hochgeehrt - vollzogen.
Dieser "Opferschutzkommission" gehören die Größen der österreichischen Politik - aber auch der Justiz (Motto: Daschlogts es) an.
Auffallend ist, dass ja jener Mann, der den Fall Groer ins Rollen brachte, nie im Detail über den Missbrauch sprach.
Mir gefällt Haslingers Stil schon seit dem Roman "Opernball". Ein ziemlich brutaler Stil, Haslinger spricht Klartext. Ich glaube, das hängt zusammen mit der Kälte im Waldviertel und damit, dass man als Bauernbub Sexualität als etwas ganz Natürliches bei den Tieren erlebt. Es ist und bleibt aber immer ein Versuch: "sich am Eis zu wärmen"

Titel eines Romans von Hans Trummer)
Ende Februar 2019 tritt Haslinger vor die Ombudsstelle der Erzdiözese Wien für Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche. Dreimal muss er seine Geschichte vor unterschiedlich besetzten Gremien erzählen. Bis der Protokollant ihn schließlich auffordert, die Geschichte doch bitte selbst aufzuschreiben. Ende Zitat
Lesung mein Fall:
12. Juni 2022
Ich arbeite mich weiterhin ab am Buch "Mein Fall" von J. Haslinger, einem Bauernbub aus dem Waldviertel.
Am meisten fasziniert mich, dass die VFGH-Präsidentin (spätere Bundeskanzlerin) ihm auf seine E-Mail-Anfrage im November 2018 nach 20 Minuten antwortete, während ein Mündel, Mitglied des Pöbels, zu vernichtender Menschlicher Abschaum wie ICH auf einen 10seitigen Bericht über Missbrauch in der Stmk einen Satz bekommt: "Martin Gutl war super" (kein sehr geehrte oder irgendwas, einfache Justiz-Opfer aus dem Heisl- und Gsindlbereich muss man nicht mit einem höflichen Grußwort ansprechen....das ist wohl die interne Order)
Nun bei näherem Hinsehen ist die Vorgangsweise klar: Ein bekannter Schriftsteller ist nun bereit seine Missbrauchsgeschichte zu erzählen. Einer, der Bücher wie OPERNBALL schrieb (wo die Staatsoper durch rechtsextreme Gruppierungen in die Luft geht) muss mehr wissen als wir: Also horchen wir ihn aus. Das ist ein großer Fisch.......Noch mitten in der Herbstsession des VFGH bekam er einen Termin bei der Präsidentin (Internes Motto vermutlich: ES EILT)
Dieser Roman ist ein Lehrstück über die Machtverhältnisse in Österreich. Mir gefällt der Stil von Haslinger, da wird nichts beschönigt, da werden Sexualtechniken in der Pädophilie (die ja bald zur Normalität erhoben werden sollen) genau beschrieben. In der Ich-Erzählung liegt die größte Kraft meiner Meinung nach - weil man als LeserIn wirklich nachempfinden kann, wie es dem Autor ergangen ist.
Dagegen finde ich es hinterhältig, wenn man nur über irgendwelche Zeitschriften jemanden denunziert, der dann nach allen Regeln der Kunst hingerichtet wird.
Es ist bekannt, dass gerade jene, die nach außen hin so heilig tun müssen, die besten Opfer für Erpressungen rund um Sexualmoral sind. Groer wurde ja angeblich jahrelang erpresst.
Ich persönlich habe ja die Machtstrukturen rund um Entmündigung und versuchte Enteignung in Österreich und die diesbezügliche Verquickung von Justiz und Politik (Bestellung der rückwirkenden Entmündigung am Bezirksgericht durch ein Ministerium und eine politische Parteivorsitzende) auch sehr gut kennen gelernt. Unter diesem Aspekt schreibe ich jetzt die Chronologien ganz neu. Schreiben heilt. Auch wenn es niemand liest. Ich schreibe in erster Linie für mich selbst.
Fortsetzung folgt.
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