Chronologie österr. Skandale: Das Urtrauma der 1. Republik und seine Wirkungen auf die Gegenwart
In diesen Zeiten hat man ja viel Zeit zum Nachdenken, vielleicht auch zum Vordenken.
So ist mir in letzter Zeit (vor allem als ich die Dokus über die Bürgermeister Felder Reumann und Lueger sah folgendes eingefallen:
das Urtrauma der 1. Republik:
Der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß und seine christlich- soziale Regierung nützten die Krisensituation: 1933 schaltete Dollfuß das Parlament aus. Er wollte einen autoritären Staat gründen. Autoritär ist eine Regierung dann, wenn sie ohne demokratische Kontrolle, also ohne gewähltes Parlament, regiert.
Mein Kommentar: Immer wenn also ein kleiner "Schwarzer" (ist auch ein Kurzwort für die Bestellung eines kleinen Kaffees ohne Milch in Wiener Kaffeehäusern) an die Regierung kommt und alle Macht an sich reisst (Februar 2000, Mai bis Oktober 2017) dann ist bei der österreichischen Sozialdemokratie (früher Sozialisten) Feuer am Dach:
Natürlich haben sich die Wahlkämpfe im Laufe der Zeit verändert: nach dem Wahldebakel von Viktor Klima 1999 griff man bereits im Bürgermeister-Wahlkampf 2001 auf US-Hilfe zurück: Greenberg und Silverstein, was die Reaktivierung von antisemitischen Vorurteilen stärkte.
Im Oktober 2006 gewann also mit diesen Methoden wieder die SPö mit Gusenbauer an der Spitze die Wahl und die Kanzlerschaft war bis 2017 gesichert.
Nun ist aber seit 2011 (wo er Staatssekretär wurde) ein neuer Stern am ÖVP-Himmel aufgegangen. Wichtigstes Ziel: die Kanzlerschaft mit allen Mitteln erreichen, auch mit der Hilfe des Dirty campaigning: Das war dann im Spätsommer 2017 so weit, wo sogar Silberstein verhaftet wurde und damit der Weg für einen neuen ÖVP_Kanzler (die neue ÖVP unter cfr-Führung) frei wurde.
Corona hin oder her: die Sozialdemokratie hat wichtige Themen: die Option für die Armen, die sich nicht selbst ernähren können etc.....die sich nicht selbst ein Firmenimperium schaffen können, der Klassenkampf, das Ziel der klassenlosen Gesellschaft - etwas abgeschwächt seit Bruno Kreisky
Die Roten schlafen nicht - das sieht man am Ergebnis der Wiener Landtagswahlen.
Das rote Wien gegen den schwarzen Bund, das war auch das Thema der ersten Republik, die nur von 1919 bis 1934 dauerte.
Jetzt zurück zum Urfluch, zum Urtrauma dieser 1. Republik: Ich denke, die Sozialisten haben sich damals eines geschworen (als der Prälatenkanzler - der Kanzler ohne Milde - auf die Gemeindebauten schießen ließ) Wir werden das mit allen Mitteln verhindern, dass wieder solche Ermächtigungsgesetze kommen wie 1933.
In den Internet-Foren (die gab es 1933 noch nicht, nur Zeitungen und viele einfache Menschen, die noch gar nicht lesen oder schreiben konnten) liest man eines immer mehr:
der Hass auf Kurz wird größer und größer: Ich kann ihn nicht mehr sehen, ich kann ihn nicht mehr hören....das liest man überall....Die Pressekonferenzen gehen immer mehr in die Hose....Die Arbeitslosen werden mehr und mehr und mehr (siehe dazu die Situation in den 30-er Jahren mit den "ausgestempelten")
Heute haben wir natürlich ein neues Thema: den Umweltschutz und die Globalisierung, die internationale Vernetzung- das macht die
Grünen groß (die ja im Wesentlichen Kommunisten der neuen Art sind)
Dennoch wirken die alten Flüche und die alten Ängste weiter:
Die Schwarzen - das sind die Hausherrn, die Großkapitalisten, die Anti-ParlamentarierInnen:
die Roten, das sind jene, die Wohnungen schaffen für die einfachen Menschen, die kleinen Leute, die Bettgeher, die Flüchtlinge.....
Und heute haben wir noch die Neoliberalen Neos, die eine eigenartige Koalition mit den Roten eingehen (obwohl sie durch Multi-Millionäre gesponsert wurden und so an die Macht kamen) Die Kleinen Parteien sind Sesselträger - Statisten für Mehrheiten geworden (es gab sie in der 1. Republik noch nicht) In der 2. Republik gab es die Kommunisten und die Vdu (Alt-Nazis)
wir werden sehen, wie das alles ausgeht....(ich glaube nicht gut....siehe Dollfuss und sein Schicksal - er war gegen die Sozialisten - aber auch gegen die Nationalen Sozialisten.....)
Ich denke dass die Flüche weiter wirken .....und gerade in Krisenzeiten wieder extrem reaktiviert werden...
http://www.staatsbuergerschaft.gv.at/index.php?id=36
2. Viele Krisen und das Ende der Ersten Republik
Nach ihrer Gründung erlebte die Republik Österreich mehrere Krisen. In den 1920er Jahren gab es in Österreich zuerst eine hohe Inflation (= Geldentwertung). Ab 1929 war Österreich – wie die meisten anderen Länder – von einer großen Krise der Weltwirtschaft betroffen. Viele Menschen in Österreich wurden arbeitslos.
Der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß und seine christlich- soziale Regierung nützten die Krisensituation: 1933 schaltete Dollfuß das Parlament aus. Er wollte einen autoritären Staat gründen. Autoritär ist eine Regierung dann, wenn sie ohne demokratische Kontrolle, also ohne gewähltes Parlament, regiert.
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