Freitag, 5. September 2025

Wut festhalten ist wie Gift trinken

 Wut festhalten ist wie Gift trinken und darauf warten, dass der andere stirbt. (Buddha) Wut, Widerstand, Rache und Vergebung

Ich habe schon mehrmals berichtet, dass ich durch langwierige Vergebungsarbeit auch mit Hilfe von Büchern einen Klagsprozess 2017 gewonnen habe, der mich enteignen und obdachlos hätte machen sollen.
Das Prinzip ist ganz einfach: Empathie für die Person, die mich z.B. verletzt hat oder in/um Grund und Boden klagen will oder vielleicht wirklich vernichten will: So bin ich nach langwierigen Verfahren, Verhandlungen und auch demütigenden psychiatrischen Gutachten mit 350 Euro für einen Vergleich ausgestiegen. Hat sich ausgezahlt: Ich bin ja auch ein MATERIAL GIRL in einer MATERIAL WORLD und nicht blöd.
Zu Pfingsten 2022 dann die nächste Lektion: ein Professor der Theologie von der Universität Wien erzählte in der ORF-Sendung Orientierung über seine Missbrauchsgeschichte in einem kirchlichen Internat und dass er nicht vergeben will oder kann oder so ähnlich.
Ich war so schockiert (weil für mich Vergebung die Essenz des echten Christentums ist) und habe ihn per Mail kontaktiert. Er hat mir dann sein Buch geschickt, wo er alles genau über seine Schulzeit erzählt und wie er die Wut loswerden wollte.
Jedenfalls hat mich das dann inspiriert, über meine Geschichte in der Klosterschule nachzudenken. Ich konnte recherchieren, dass die Ordensschule in Graz in der NS-Zeit geschlossen war, die Nonnen vertrieben wurden (wie viele in der NS-Zeit in ganz Ö) und auch nach dem Krieg kurz ein Lazarett war. Welche Tragödien müssen sich da abgespielt haben?
Im Laufe der Zeit entwickelte ich eine Art von Zuneigung und tiefem Mitleid mit jener geistlichen Schwester, die es geschafft hatte, dass ich mich am Ende der 7. Klasse nicht mehr in die Schule traute und auch heute noch davon träume, dass ich das Schulgebäude betrete, dort Feste feiere und Verbotenes tue.
Deswegen verstehe ich auch ein bisschen den Amokläufer von Graz. Das ist aber ein anderes Thema.
Der Konflikt und Prozess zwischen Peter Pilz gegen Caroline List triggert mich natürlich und beschäftigt mich. Vielleicht symbolisieren die beiden (Pilz und List - das ist so wie Simmering gegen Kapfenberg?) meine Ambivalenz und innerliche Widersprüchlichkeit und auch vieles, was mir so geschah im Laufe der Zeit und was ich so erlebte und überlebte.
Diese Bilder von Zackzack (Prozess) sprechen Bände. Und nun soll ein parlamentarischer U-Ausschuss das alles auflösen? Vielleicht geht vorher noch die Welt unter oder die Republik Österreich. Mich macht es sehr demütig. Das Private ist eben immer politisch und das Politische privat: ein very Austrian scandal eben, ein Sittenbild.
Man wird im Laufe der Zeit dankbar: wir leben im Frieden, wir können uns noch immer Wohnen und Lebensmittel leisten - und mit diesem Frieden soll man nicht spielen. Fortsetzung folgt (vor allem möchte ich über Ergebnisse meiner Vergebungs- und Friedensarbeit berichten) Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.

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